Wie man Reibung an Transportanlagen mit einer Messerkante reduziert

Wie man Reibung an Transportanlagen mit einer Messerkante reduziert

Transportanlagen mit ein oder zwei Messerkanten verbrauchen mehr Energie als Förderer mit drehenden Rollen. Daran besteht kein Zweifel. Wir erhalten jedoch auch regelmäßig Fragen zu rutschenden Antrieben oder Motoren, die überhitzen und sich dann abschalten. Diese Probleme können durch Reibung zwischen der statischen Messerkante und dem gespannten Band entstehen. Um damit umgehen zu können, müssen wir wissen, wodurch die Reibung entsteht. Dabei sind mehrere Faktoren von Interesse:

  • Das Material der Messerkante
  • Der Radius der Messerkante
  • Der Umschlingungswinkel mit der Messerkante
  • Die Zugkraft des Bands
  • Reibung zwischen Band und  Messerkante
  • Die Spannung im Band

Unsere Empfehlungen zur Reduzierung der Reibung:

  1. Die Messerkanten sollten aus hartem, glatten Material wie Edelstahl mit polierter Oberfläche oder blankem Chromstahl bestehen
  2. Wenn möglich, sollte der Messerkantenradius auf ein Minimum von 3 mm und ein Maximum von 6 mm begrenzt sein
  3. Der Umschlingungswinkel sollte so gering wie möglich gehalten werden. Je geringer der Umschlingungswinkel, desto weniger Reibung wird erzeugt
  4. Bei Bändern mit geringem k1%-Wert empfiehlt sich bei schmalen Bandbreiten die Verwendung eines einlagigen Bands. Bei breiten Bändern kann ein 2-lagiges Band notwendig sein, um die erforderliche Querstabilität zu gewährleisten, die ein Überlappen des Bands in der Mitte verhindert. Im Allgemeinen sollten Bänder mit geringerer Festigkeit verwendet werden, um die Kraft gegen die Messerkante niedrig zu halten
  5. Die Bänder sollten einen geringen Reibungskoeffizienten auf der Laufseite besitzen. Denken Sie daran, dass imprägniertes Gewebe langsamer geschädigt wird als nicht imprägniertes Gewebe. Bei Beschädigung wird das Gewebe flockig und der Reibungskoeffizient ist wesentlich höher als bei einem neuen Band. Verwenden Sie außerdem niemals eine Antriebstrommel aus Stahl mit gerillter oder gerändelter Oberfläche, da dies zu übermäßigem Verschleiß auf der Laufseite des Bands führt.
  6. Da die Spannung im Band ein Faktor ist, der Reibung zwischen Band und Messerkante erzeugt, ist es ratsam, die Spannung niedriger als standardmäßig einzustellen. Um diese geringe Spannung ohne Schlupf an der Antriebstrommel zu ermöglichen, sollte die Antriebstrommel mit abriebfestem Elastomer beschichtet sein, welches den Koeffizienten zwischen Band und Antriebstrommel verdoppelt. Der Umschlingungswinkel mit der Antriebstrommel ist ebenso wichtig. Mit einem Umschlingungswinkel von 204° ist die übertragene Leistung fast zweimal so hoch wie bei einem Umschlingungswinkel von 180° (basierend auf der Euler-Eytelwein-Formel). Wir untestützen Sie gerne bei der Berechnung des optimalen Umschlingungswinkels für Ihre Anwendung.

Wenn Sie Fragen zum Thema haben, kontaktieren Sie uns bitte unter Verwendung des u.a. Formulars.

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30 November 2018  |  Gepostet von

René Grevengoed

René Grevengoed ist Anwendungstechniker und arbeitet seit 1996 bei Habasit in den Niederlanden. Neben seiner Muttersprache holländisch spricht er auch fließend englisch. René Grevengoed's Spezialgebiet sind Gewebebänder und Antriebsriemen. Sein Fachwissen kann in verschiedenen Branchen angewendet werden, z.B. in der Lebensmittel-, Materials Handling-, Druck- und Papierindustrie. René Grevengoed erlangte seine besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen durch seine Arbeit in der Fabrikation und bei Montagen vor Ort.

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