Kräfteverteilung von Kurven-Modulbändern

Kräfteverteilung von Kurven-Modulbändern

Kunststoff-Modulbänder sind eine wichtige Produktgruppe von Habasit. Bänder, die für Kurvenanwendungen geeignet sind, werden Kurvenbänder genannt.

Im heutigen Blog werde ich einige wichtige Gestaltungsaspekte dieser Produktgruppe betrachten. Anfänglich möchte ich erklären, welche Kräfte hauptsächlich auf das Band wirken, und welche zusätzliche Bandunterstützung benötigt wird.

Radial- und Zugkräfte

Bei einem geraden Förderer, werden die Zugkräfte gleichmäßig auf die gesamte Bandbreite verteilt. Ist das Band richtig konzipiert, treten keine Querkräfte auf. Das ist bei einem Kurvenband ganz anders. Beim Durchlaufen einer Kurve stauen sich die Bänderreihen auf der Innenseite der Kurve und führen dazu, dass das Band zusammenfällt. Wenn das passiert, wird die Zugkraft Fs1, die auf der Geraden gleichmäßig über die gesamte Breite des Bands verteilt ist, auf die Außenseite der Kurve verlagert. Diese Verlagerung braucht Zeit und beginnt deshalb bereits vor der Kurve. Nur die äußersten Kurvenglieder tragen die Tangentialkraft FT. Das Bild unten zeigt, dass eine Reaktionskraft der Tangentialkraft FT der Radialkraft FRi entspricht.

Die Radialkraft FRi nimmt entlang des kurvigen Abschnitts zu. Die höchste Zugkraft befindet sich in der Nähe des Antriebs (am Bandende), da hier das gesamtes Gewicht einschließlich der Ladung gezogen werden muss. Da die Stärke eines Kurvenbands auf dem geraden Zug immer größer ist als im Radiuszug, ist es empfehlenswert, ein Förderband mit einer Kurve zu beginnen und in eine lange, gerade Strecke übergehen zu lassen.

Zwischen zwei entgegengesetzten Kurven verlagert sich die Radialkraft FR2 von einer Seite des Bands zur anderen. Um eine gleichmäßige Verlagerung zu garantieren, ist eine gerade Strecke l1 von mindestens doppelter Bandbreite b0 notwendig.

Voraussetzung für die korrekte Einbindung eines Zahnrads, ist eine gleichmäßige Kraftverteilung über die Bandbreite. Dies kann erreicht werden, in dem die Länge für die geraden Strecken i0 und l2 1,5 Mal so breit ist wie die Bandbreite b0 (siehe Bild unten).

Aber was passiert, wenn die gerade Strecke L2 am Zulauf kürzer sein muss als 1,5 x b0? In diesem Fall sollte man Rollen anstelle von Zahnrädern verwenden. Da aber das Band durch die Rollen nicht mehr auf Spur gehalten werden kann, müssen für eine einwandfreie Führung Gleitleisten verwendet werden. Dabei sollte die Mindestlänge von 1 x b0 nie unterschritten werden.

Eine Verringerung des Abschnitts vor dem Antrieb ist schwieriger. Prinzipiell kann die Rolle auch hier verwendet werden, jedoch nur, falls der Antrieb als unterer Kopfantrieb positioniert ist. Für weitere Fragen zu diesem Thema kontaktieren Sie bitte Ihren Team vor Ort.

Seitliche Kurvenführung

Wie zuvor beschrieben, ist die Radialkraft eines Kurvenbands in der Kurve immer FRi. Um sicherzustellen, dass diese Kraft nicht zum Problem wird, ist eine ordnungsgemäße Bandführung innen und außen vorausgesetzt. Hier bietet Habasit verschiedene Lösungen, wie Niederhalte- oder Seitenlaschen. Gleitleisten können auch über dem Band angebracht werden. Die Gestaltung des Rücklaufs sollte genauso aussehen. Weiter unten finden Sie einige Gestaltungsbeispiele.

Zusammenfassung

Die Gestaltung eines Kurvenbands ist sehr viel komplexer als die eines gerade laufenden Förderers, weshalb verschiedene Kräfte berücksichtigt werden müssen. In diesem Blog wurden einige der Gestaltungsaspekte behandelt. Weitere Informationen finden Sie in unserem Technischen Leitfaden (Engineering Guide). Falls Sie, was die erlaubte Maximalkraft betreffend, unsicher sind, nutzen Sie bitte auch unser webbasiertes LinkSeleCalc – Programm. Sollten Sie weitere Fragen zur Gestaltung der Förderer haben – stehen Ihnen unsere Anwendungstechniker gerne telefonisch oder per Email mit Rat und Tat zur Seite.

5 September 2017  |  Gepostet von

Marco Hollander schloss sich dem Team von Habasit Niederlande im September 2000 an, und arbeitet dort als Technical Manager. Sein Fachbereich sind Modulbänder, Ketten und Profile für die Materials Handling- und LebensmitteliIndustrie und er hat sehr gute Kenntnisse über allgemeine Förder- und Spiralanwendungen. Marco Hollander beantwortet gerne technische Fragen von Kunden oder den Key Account Managern. Er spricht holländisch, englisch und deutsch, und hat große Freude an den Herausforderungen und der Vielfältigkeit, die seine Arbeit mit sich bringt.